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Mehr als 6.000 Menschen bei Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

Vor 71 Jahren am 5. Mai 1945 wurden die Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen und seinen 49 Außenlagern befreit.

 

Mehr als 6.000 Menschen aus dem In- und Ausland, darunter Überlebende des Konzentrationslagers, haben dazu heute in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen. Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ am Ende des Festaktes wurde von KZ-Überlebenden angeführt – als symbolischer Akt für die Befreiung.

In Erinnerung an die Befreiung der Häfttlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde heute diesem Ereignis im Rahmen der alljährlichen internationalen Befreiungs- und Gedenkfeier gedacht. Mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nahmen auch dieses Jahr am 71. Jahrestag teil. Organisiert wurde die Gedenk- und Befreiungsfeier vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich: „Wenn sich der Rechtsextremismus europäisch organisiert, kann unsere Antwort nur eine internationale Antwort sein. Wenn heute Menschen vor dem Krieg nach Europa flüchten müssen, sind viele europäische Regierungen auch solidarisch. Solidarisch im Wegschauen und im Nichtstun. Hier fordern wir echte und internationale Solidarität ein.“

Auszug aus dem Konzentrationslager angeführt von KZ-Überlebenden

Der Ablauf der diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeier wurde nach über 40 Jahren geändert: An Stelle des Einmarsches der nationalen und internationalen Delegationen bildete der Ausmarsch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Festaktes den Höhepunkt der diesjährigen Feierlichkeit. Angeführt wurde der Zug von KZ-Überlebenden und Mitgliedern des Comité International de Mauthausen, unter Ihnen CIM-Präsident Guy Dockendorf aus Luxemburg, CIM-Ehrenpräsident Dušan Stefančič aus Slowenien, die KZ-Überlebenden Max Garcia und Andrew Sternberg aus den USA, Aba Lewit aus Österreich, Daniel Chanoch, Jehuda Gurwich und Shaul Schpilman aus Israel und dem Deserteur und Zeitzeugen Richard Wadani. Damit soll die Befreiung der KZ-Inhaftierten symbolisiert werden.

Musikalisch wurde der Festakt vom Ensemble „Widerstand“ und „Ensemble 4 der Militärmusik OÖ“ mit den traditionellen Musikstücken, wie der „Europahymne“ und den „Moorsoldaten“, begleitet.

Solidarität damals und heute

Den Zeitzeugen und KZ-Überlebenden Daniel Chanoch verbindet mit einer Gruppe anderer Überlebender eine bewegende Geschichte von Solidarität. Durch ihre gegenseitige Solidarität überlebten einige sogar mehrere Konzentrations- und Vernichtungslager, darunter Dachau, Auschwitz-Birkenau, Mauthausen und Gunskirchen sowie die Todesmärsche aus diesen Lagern.

Die Überlebenden der „131 Buben“ wurden nach ihrer Befreiung durch die „US-Army“ versorgt oder in DP-Lagern (DP=Displaced Person) untergebracht. Die Mehrheit dieser Buben traf auf die „Jewish Brigade“ und gelang so nach der Befreiung nach Israel. Der Kontakt innerhalb der „Gruppe der 131 Buben“ war auch nach der Befreiung sehr eng. Zwei dieser Buben führten den Auszug bei der Gedenkfeier am 15. Mai an: Daniel Chanoch und Jehuda Gurvich. Ebenfalls aus Israel angereist war Shaul (Paul) Schpilman, der während seiner Internierung in den Konzentrationslagern auf die Gruppe traf und aus dem Konzentrationslager Gunskirchen befreit wurde.

Für Häftlinge in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten hatte auch die internationale Solidarität einen wichtigen Stellenwert, so auch im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und seinen Außenlagern. Die KZ-Häftlinge erkannten sehr bald, dass Widerstand gegenüber der Lager-SS und den Funktionshäftlingen nur erfolgreich sein konnte, wenn auf möglichst breiter Basis und unter Überwindung von nationalen und weltanschaulichen Differenzen kooperiert wurde. Aus dieser Entwicklung heraus wurde noch während der Befreiungstage 1945 das damals illegale Internationale Mauthausen Komitee (Comité International de Mauthausen), das Vertreter aus 21 Staaten Europas und den USA umfasst und bis heute tätig ist.

Fot: © MKÖ/Sebastian Philipp

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