Wiens Schulen starten ins neue Schuljahr

Rund 225.000 Wiener SchülerInnen, davon knapp 17.000 „Taferlklassler“, starten am Montag ins neue Schuljahr 2017/18. Insgesamt sind in Wien rund 25.000 Wiener LehrerInnen an 702 Schulen im Einsatz.

 

Bürgermeister Michael Häupl, Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer gaben gemeinsam einen Ausblick auf das neue Schuljahr.

Auf Wiens SchülerInnen warten insgesamt drei nagelneue Schulen (Bildungscampus Attemsgasse, neue Mittelschule Quellenstraße, Volksschule Gasgasse), gemeinsam mit zehn Schulerweiterungen wurden damit insgesamt 103 neue Klassen in ganz Wien geschaffen. Der Bildungscampus Attemsgasse, der Ende September ganz offiziell eingeweiht wird, bietet rund 800 Kindern von 0 bis 10 Jahren Platz. In nur zwei Jahren Bauzeit wurden hier eine 17-klassige Ganztagsvolksschule und ein 12-gruppiger Kindergarten unter einem Dach errichtet. Das Besondere an diesem mittlerweile sechstem Wiener Campus: Er ist ein sogenannter „Campus plus“, eine Weiterentwicklung des bisherigen Campus-Modells. „Das heißt, dass hier jeweils vier Schulklassen und zwei Kindergartengruppen auf einer Ebene räumlich zusammengefasst sind“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. „Kinder unterschiedlichen Alters können hier miteinander lernen, spielen, an Projekten arbeiten und den Tag verbringen. In der Attemsgasse wird der Campus für alle Kinder zum großen gemeinsamen Erlebnis!“

Eine weitere neue Schule geht in der Quellenstraße in Wien-Favoriten in Betrieb: Nach einer Rekordbauzeit von nur neun Monaten bietet die neue Mittelschule insgesamt zehn Klassen Platz. Die Stadt hat hier rund 16 Mio Euro investiert. Durch die gleich benachbarte Volksschule ergeben sich hier auch völlig neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit – Stichwort Bildungsgrätzl.

Erweiterte und sanierte Schulen

Darüber hinaus wurden in den letzten Monaten Schulen in ganz Wien um insgesamt 63 Klassen erweitert: So zum Beispiel im 3. Bezirk die Neue Mittelschule in der Dietrichgasse, die einen neuen Zubau mit sieben neuen Klassen und wichtigen Nebenräumen bekommen hat. Das Dach steht zudem als Freifläche zur Verfügung. Weiters wurde in Liesing die Volksschule Draschestraße 96 um drei zusätzliche Räume in modularer Holzbauweise erweitert.

Doch auch an den Schulsanierungen wurde intensiv weiter gearbeitet: Im Rahmen des Schulsanierungspaketes werden heuer insgesamt weitere 50 Schulgebäudestandorte fertig saniert. Ein Beispiel für eine umfassende Sanierung ist die Schule Afritschgasse 56 in Wien-Donaustadt, wo nun mit der Fertigstellung der Außenanlagen, einer neuen Rampe ein Sanierungsprojekt von über 7,7 Mio Euro abgeschlossen wird. Komplett fertig saniert wurde auch die Volksschule in der Huglgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus.

Seit Beginn des Schulsanierungspakets sind bereits 117 Projekte fertig gestellt. Da der Gemeinderat eine Verlängerung des Schulsanierungspaketes beschlossen hat, werden die Sanierungsarbeiten auch in den kommenden Jahren weitergeführt und bis 2022 weitere 113 Projekte fertig gestellt.

Insgesamt investiert Wien allein im Jahr 2017 rund 57 Mio Euro in Sanierungen und 96 Mio Euro in Schulerweiterungen.

60 verschränkte Ganztagsschulen

Von den 384 öffentlichen Wiener Pflichtschulen bieten im neuen Schuljahr 54 Ganztags-Volksschulen und sechs Ganztags-Mittelschulen Ganztagsbetreuung in verschränkter Form, neu dabei sind die Ganztagsvolksschule am Campus Attemsgasse und die neue Mittelschule in der Schäffergasse. Zusätzlich bieten 98 Pflichtschulen in nicht verschränkter Form ganztägige Betreuung an – fünf davon wurden nun für das neue Schuljahr umgestellt.

Damit bieten rund 44 Prozent der Volksschulen und knapp 49 Prozent der neuen Mittelschulen in Wien ganztägige Betreuung an.

Bildungsreform bringt mehr pädagogische Innovation

Bei der Bildungsreform freut sich Wien vor allem über mehr pädagogische Innovation, die durch verstärkte Autonomie möglich wird: „Für Wien zählt bei der Bildungsreform vor allem das, was bei den Kindern in den Klassen ankommt“, betont Bürgermeister Michael Häupl.

So biete die Bildungsreform viele neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Schulen. „Wien hat als Hauptstadt der Schulversuche bereits viel Erfahrung und die besten Voraussetzungen für innovative Schulentwicklung“, so Heinrich Himmer. Das betreffe auch das Thema gemeinsame Schule. „Viele Vorreiterschulen in Wien zeigen, wie die Trennung der 10-jährigen überwunden werden kann.“ Jetzt gelte es auch, das Vertrauen der Eltern in diese Schulen zu stärken.

„Wir denken Bildung vom Kind aus und werden deshalb alle Möglichkeiten nutzen, auf Basis erfolgreicher Schulversuche die gemeinsame Schule in Wien weiter zu entwickeln“, so Czernohorszky und Himmer. „Beispiele für ein durchgängiges Lernen ohne Schnittstellen gibt es bereits mit der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau, dem Bildungscampus oder auch in den neuen Bildungsgrätzln.“

Neues Unterstützungspersonal für Schulen startet

Wie angekündigt startet Wien im September auch mit zusätzlichem Unterstützungspersonal für die Wiener Schulen. In Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat wird der Einsatz von SchulpsychologInnen um 14 Personen erhöht. Dazu wurde im Frühjahr das seit Jahren bewährte Übereinkommen mit dem Verein Wiener Kinder und Jugendbetreuung erweitert.

„Wiens Schulen können bereits heute auf ein vielfältiges Unterstützungsangebot zurückgreifen“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. „Da die Wiener Lehrerinnen und Lehrer mit großen Herausforderungen konfrontiert sind, bauen wir das Unterstützungsangebot weiter aus.“ Die 14 SchulpsychologInnen werden an rund 100 Volksschulen tätig sein, ihre Aufgabenfelder reichen von psychologischer Einzelfallhilfe, über Präventionsarbeit, Beratung, Moderation von Konfliktgesprächen bis hin zur Mitgestaltung von Elterninformationen und Elternabenden.

Das Unterstützungspersonal wird laufend weiter aufgestockt, neben PsychologInnen sollen auch zusätzliche SchulsozialarbeiterInnen und ähnliche Professionen zum Einsatz kommen.

„Wir als Stadtschulrat und unsere Schulen sind die großen Profiteure dieser zusätzlichen psychosozialen MitarbeiterInnen“, freut sich Stadtschulratspräsident Himmer. Mit dem zusätzlichen Unterstützungspersonal bekommen vor allem Kinder mit einem schwierigen sozialen Lebensumfeld wichtige Unterstützung, zugleich die LehrerInnen freigespielt, damit sie mehr Zeit und Kraft für innovativen Unterricht verwenden können.

Insgesamt sieht Wien das zusätzliche Unterstützungspersonal auch als Ergänzung zum sogenannten „Integrationstopf“ des Bildungsministeriums: Wien hat aus diesen Mitteln insgesamt 150 Personen für Sprachförderung, 43 zusätzliche SchulsozialarbeiterInnen, 125 Personen für begleitende integrative Maßnahmen sowie sechs mobile interkulturelle Teams bekommen. Diese Unterstützung wird auch im neuen Schuljahr 2017/18 weitergeführt.

„Die LehrerInnen in Wien leisten großartige Arbeit, aber gerade in einer Großstadt sind sie mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Deshalb möchte ich einmal mehr darauf hinweisen, dass Ballungsräume gerade in den Schulen mehr Ressourcen brauchen“, so Jürgen Czernohorszky. „Die Initiative von Bildungsministerin Hammerschmid, 5.000 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer – verteilt nach einem Chancenindex – in die Schulen zu bringen, geht genau in die richtige Richtung!“

Entbürokratisierung: Stadtschulrat streicht 521 Erlässe

„Damit Schule erfolgreich gelingt, muss sie ihre ganze Kraft auf ihre eigentliche Aufgabe und ihre wesentliche Kompetenz konzentrieren können. Das heißt ‚so wenig Verwaltung wie nötig und so viel Pädagogik wie möglich‘. Mit dem Streichen von 521 von insgesamt über 2000 Erlässen entlasten wir unsere Schulen wesentlich von unnötiger Bürokratie und schaffen wir mehr Zeit für Pädagogik“, so Stadtschulratspräsident Himmer.

Hintergrund: In den vergangenen Monaten wurde die Rechtsabteilung des Stadtschulrats beauftragt, sämtliche schulbezogene Erlässe (die rechtlich für die Schulen verbindlich umzusetzen und zu vollziehen sind) zu durchforsten und hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und auch Zeitgemäßheit zu überprüfen. Dabei wurden in einem ersten Schritt 521 Erlässe (=ein Viertel aller Erlässe!) identifiziert, die nun gestrichen werden. In einem nächsten Schritt wird nun in den kommenden Monaten bei den verbleibenden Erlässen die Möglichkeit ihrer Präzisierung und Zusammenführung (bei so genannten Mehrfacherlässen) überprüft.

Grundkompetenzen-Hub des Stadtschulrats startet im Jänner 2018

Ein weiteres zentrales Vorhaben des Stadtschulrats ist die Schaffung eines Grundkompetenzen-„Hubs“. Diese soll im Jänner 2018 der Öffentlichkeit präsentiert werden und besonders der Stärkung der Kompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen dienen. Mit ihm sollen Schulen ihre Best-Practice-Modelle präsentieren können (Motto: „Schulen vor den Vorhang“) und dadurch zur engeren Kooperationen zwischen den Standorten und den LehrerInnen beitragen. Der Hub stellt eine zentrale (in den Räumlichkeiten des Stadtschulrats für Wien) physische und digitale Drehscheibe dar und will unter anderem mit eigenen Veranstaltungen dafür sorgen, „dass auch stärker als bisher die Schule in die ‚Welt‘ und die Welt in die Schule gebracht werden“, so Stadtschulratspräsident Himmer.

5542 Flüchtlingskinder in Wiener Schulen

Insgesamt besuchen im neuen Schuljahr 5.542 Flüchtlingskinder Wiener Pflichtschulen, davon 2.914 VolksschülerInnen. Weitere 697 besuchen unterschiedlichste Formen der Oberstufe. Von den zuletzt sechs Flüchtlings Klassen sind zwei Klassen ausgelaufen, drei weitere wurden aufgelassen. Im neuen Schuljahr bleibt lediglich ein Klasse in der NMS Kauer in Wien-Neubau bestehen.

„Ein schneller Schuleintritt trägt positiv zur Integration von Kindern und Jugendlichen bei“, ist Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky überzeugt. „Es ist uns gelungen, jedem Kind in Wien so schnell wie möglich einen Schulplatz zur Verfügung zu stellen. Das war eine große Herausforderung, aber auch eine Riesenchance, damit Integration rasch gelingt!“

Warenkorb entlastet Wiener Familien

Um die Familien finanziell zu entlasten, hat die Stadt Wien auch für das nun startende Schuljahr einen "Warenkorb" geschnürt. Alle öffentlichen und privaten allgemein bildenden Wiener Pflichtschulen bekommen von der Stadt Geld, um Schulmaterialien wie z.B. Hefte, Bleistifte, Dreiecke, Zirkel, Materialien für den Handarbeitsunterricht oder für das technische Werken anzuschaffen. "Damit greift die Stadt allen Eltern gezielt unter die Arme", betont Stadtrat Czernohorszky.

Die Schulen können dabei die Materialien über die Wiener Schulverwaltung, die MA 56, anfordern oder nach den Wünschen der LehrerInnen und den ElternvertreterInnen selbst anschaffen. Insgesamt werden Eltern an öffentlichen Volksschulen durchschnittlich mit 33 Euro, an Hauptschulen/Neuen Mittelschulen mit 47 Euro und an Polytechnischen Schulen mit 70 Euro im Jahr finanziell entlastet.

Pro Schuljahr investiert die Stadt insgesamt 7,8 Mio Euro in Schulmaterialien, davon 4,6 Mio für den Wiener Warenkorb. 

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