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Das liebenswerteste Wien

- Wien soll auch in Zukunft die sozialste und liebens - werteste Millionenstadt der Welt sein – meint Wiens Bürgermeister, Dr. Michael Ludwig, im Gespräch über Wien und die bevorstehende Wien-Wahl.

 

 

 

Herr Bürgermeister, Sie sind studierter Politologe und Historiker. Was hat Sie an der Politik fasziniert und was war das Entscheidende, das Sie dazu bewogen hat, diesen Weg einzuschlagen?
- Einfach die Freude, mit Menschen in Kontakt zu treten, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen und auch tatsächlich etwas für die Menschen in dieser Stadt bewegen zu können.

Gibt es Persönlichkeiten, die Sie bewundern, und die Sie in Ihrem Dasein als Politiker, aber auch in Ihrem Leben generell geprägt haben?
-Mein großes politisches Vorbild ist Bruno Kreisky. Er hat wie kein anderer unser Land geprägt. Mit seinen Reformen hat er das damals stockkonservative Österreich ins 20. Jahrhundert befördert und unsere Republik, vor allem unser Wien, ins internationale Rampenlicht gerückt.

Ihr Lebensmotto lautet: „Durch das Reden kommen die Leute zusammen.“ Worüber sollten wir jetzt in Wien vor allem reden?
-Jetzt findet gerade ein Wettbewerb der besten Ideen für Wiens Zukunft statt. Wir Wiener SozialdemokratInnen bringen uns mit den besten Konzepte und Ideen ein: Gratis-Ganztagsschule, Pflege- und Lehrplatzgarantie, „Wien Bonus“ für die Wirtschaft und „Einsatzteam Wien“ für noch mehr Sicherheit. Bis zum Wahltag werden wir mit so vielen WienerInnen wie möglich das Gespräch suchen und sie überzeugen!

Die Wien-Wahl 2020 steht bevor. Hierzu drei Fragen: Wie hat die jetzige Situation die Kampagne geprägt, wie wird die Wahl unter diesen neuen Umständen ablaufen – und warum ist es besonders wichtig, an der Wahl teilzunehmen?
-Der Wahlkampf verläuft heuer wie ungewohnt – also nur mit eingeschränktem Straßenwahlkampf, ohne Großveranstaltungen und mit viel Online-Präsenz. Das stellt uns vor neue Herausforderungen. Aber wir haben bereits mit dem virtuellen Maiaufmarsch bewiesen, dass unsere politische Arbeit wegen der Coronavirus-Pandemie nicht stillsteht. Im Gegenteil, wir passen uns an und entwickeln uns weiter! Dasselbe gilt für den Wahlablauf selbst. Damit die Stimmabgabe sicher ist, wurde bereits ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Ziel ist, dass alle dazu berechtigten Personen ihr Wahlrecht ausüben können und dass bestmöglicher Schutz vor dem Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus gewährleistet ist. Abgesehen von der Briefwahl ist es ab 14. September möglich, bei persönlichem Antrag auf eine Wahlkarte gleich direkt vor Ort am Magistratischen Bezirksamt zu wählen. Und schließlich ist es wichtig, an dieser Wahl teilzunehmen, weil es um Wiens Zukunft geht. Es handelt sich um die Richtungsentscheidung für die kommenden fünf Jahre.

In Wien leben Menschen aus 183 verschiedenen Ländern. So vielfältig wie heute war Wien noch nie. Was ist das Wichtigste, um das gute „Miteinander“ zu bewahren?
-Wien ist heute eine internationale Stadt, wo Menschen aus verschiedensten Kulturen friedlich zusammenleben. Natürlich gibt es in einer Millionenstadt immer auch Alltagskonflikte. Aber mir ist wichtig, dass der persönliche Umgang so respektvoll wie möglich bleibt. Wien kann nicht funktionieren, wenn die Spielregeln des Miteinanders nicht von allen eingehalten werden. Darauf achten wir seitens der Stadt und werden in Zukunft noch mehr darauf achten.

Können Sie unseren LeserInnen die Idee des „Campus der Religionen“ erörtern? Was macht diese Initiative so wichtig?
-Wien ist traditionell eine Stadt des religiösen Miteinanders, hier werden seit Jahrhunderten unterschiedliche religiöse Überzeugungen gelebt. Der Campus der Religionen führt im Wien des 21. Jahrhunderts Menschen mit verschiedenen Religionsbekenntnissen zusammen. Ich fand die Idee von Beginn an faszinierend, daher hat die Stadt das Projekt gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften vorangetrieben und wird das Grundstück für den Campus der Religionen zur Verfügung stellen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der polnischen Community in Wien gemacht?
-Ich schätze die polnische Community so wie alle anderen Gemeinschaften in Wien. Was bei unseren polnischen MitbürgerInnen aber besonders positiv auffällt ist, dass sie sich Österreich sehr zugehörig fühlen und die Deutschkenntnisse überdurchschnittlich gut sind. Wir stehen uns einfach nahe – das merkt man auch gerade bei der Kulinarik.

Die Kooperation von Wien und Krakau wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 unterzeichnet und im Jahre 2017 verlängert. Wie funktioniert der Austausch zwischen Wien und Krakau bei den Themen Umweltschutz, Verkehrsplanung, Kreativwirtschaft und Know-how ?
-Beispielsweise denken wir gemeinsam darüber nach, wie europäische Start-ups zusammenarbeiten können, damit Europa gegen die Konkurrenz aus den USA und Asien bestehen kann. Und es geht darum, sowohl den WienerInnen als auch den KrakauerInnen das jeweilige kulturelle Angebot des Partners zu vermitteln. Das ist ein sehr erfolgreicher Weg, den wir auch in Zukunft weitergehen.

Wird Wien eine sozialdemokratische Musterstadt bleiben? Was für eine Vision haben Sie für diese Stadt?
- Wien soll auch in Zukunft die sozialste und liebenswerteste Millionenstadt der Welt sein. Deshalb werde ich alles zu tun, damit die hohe Lebensqualität auch in Zukunft gegeben ist. Das betrifft leistbares Wohnen genauso wie das dichte soziale Netz oder die beste Bildung für unsere Kinder. Besonders kräftig investieren wir in unser Wiener Gesundheits- und Pflegesystem und bauen die Leistungen noch stärker aus! Und: Wir tun alles, damit Wien die Corona-Krise so bald wie möglich hinter sich lässt. Die ArbeitnehmerInnen und vor allem die jungen Menschen sollen wieder alle Chancen vorfinden. All jenen, die ihre Existenz verloren haben, helfen wir bestmöglich durch diese herausfordernde Zeit.


Interview: Halina Iwanows, Polonika Nr. 280, September/Oktober 2020

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