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Fest der Freude

15.000 Menschen feierten die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren

Eine Widerstandskämpferin sowie führende PolitikerInnen gedachten heute am Wiener Heldenplatz der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren. Der ORF übertrug das Fest der Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker erstmals live.

Mehr als 15.000 BesucherInnen hörten die Worte der Zeitzeugin Helga Emperger und führender PolitikerInnen sowie das Konzert der Wiener Symphonikern am 8. Mai 2015 am Wiener Heldenplatz. Das vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zum dritten Mal veranstaltete Fest der Freude ist jenem Tag vor genau 70 Jahren gewidmet, an dem der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich ein Ende gesetzt wurde.

„Zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus feiern wir heute unter Anwesenheit zahlreicher Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein stimmungsvolles und würdiges Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Wir danken allen Beteiligten, speziell dem ORF für die Übertragung und seinen Programmschwerpunkt dazu", so Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich.

Widerstandskämpferin und PolitikerInnen erinnerten an die Opfer des Nationalsozialismus
Vor dem offizielen Beginn wurden Statements von ZeitzeugInnen auf LED-Wänden gezeigt. Eröffnet wurde das Fest der Freude mit Videobotschaften von den BotschafterInnen der Befreiungsnationen sowie dem Präsidenten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Rudolf Edlinger, und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch. Während des Konzerts der Wiener Symphoniker erinnerten die Widerstandskämpferin Helga Emperger, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Wiens Vizebürgermeisterin Mag.ᵃ Maria Vassilakou, Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi an die Opfer des Nationalsozialismus. Durch die Veranstaltung führte die Schauspielerin Katharina Stemberger.

Beethovens 9. Symphonie „Ode an die Freude" gespielt von den Wiener Symphonikern
Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Philippe Jordan eröffneten die Wiener Symphoniker das Fest der Freude mit „Sokol Fanfare" aus der Sinfonietta von Leoš Janáček. Passend zum 70. Jahrestag der Befreiung vom nationalsozialischen Regime spielte das Orchester die Symphonie Nr. 9 „Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven begleitet vom Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde unter der Chorleitung von Johannes Prinz. SolistInnen waren Michaela Kaune (Sopran), Anke Vondung (Mezzosopran), Burkhard Fritz (Tenor) und Gábor Bretz (Bass).

Fest der Freude ab 19.40 Uhr auf ORF III und in der ORF-TVthek
Seit 19.40 Uhr wird der Festakt live-zeitversetzt im Programm von ORF III übertragen. Das Konzert der Wiener Symphoniker wird heute ab 20.15 Uhr gezeigt. Das Fest der Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker ist in der ORF-TVthek ( http://TVthek.ORF.at ) in den nächsten sieben Tagen als Video-on-Demand kostenlos abrufbar.

Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 10. Mai 2015
Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos vor den alliierten Truppen, damit war der verbrecherische Angriffs- und Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Regimes in Europa beendet. Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft bedeutete gleichzeitig das Ende der Konzentrationslager. Dazu finden anlässlich der 70. Wiederkehr der Befreiung der Häftlinge in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an seinen ehemaligen Außenlagern Gedenk- und Befreiungsfeiern mit internationaler Beteiligung am Sonntag, dem 10. Mai 2015, statt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Gedenkfeiern ist dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit" gewidmet.

Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi:
Am 8. Mai 2015 gedenken wir zum 70. Mal des Tages der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime mit einem Fest der Freude. Anfeindungen gegen andere Kulturen und Religionen erleben wir heute aber weiterhin: Rechtspopulistische und rechtsextreme Organisationen und Parteien verbreiten Angst und Hetze. Wichtig ist, dass wir darüber reden und dagegen auftreten. Es soll niemand sagen können „Das habe ich ja nicht gewusst".

Widerstandskämpferin Helga Emperger:
Der 8. Mai 1945 war für mich der prächtigste Sonnenaufgang nach einer siebenjährigen qualvollen Finsternis.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer:
Der 8. Mai 1945 ist ein Tag der Befreiung von einer unmenschlichen Diktatur, einem entsetzlichen Krieg und dem unfassbaren Holocaust. Der 8. Mai ist ein Tag des Gedenkens an jene 60 Millionen Menschenleben, die das Nazi-Regime gefordert hat. Der 8. Mai ist ein Tag der Freude über das Ende einer Gewaltherrschaft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Niemals vergessen!

Bundeskanzler Werner Faymann:
Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Der 8. Mai ist aber auch ein Tag der Freude, weil er uns in eine neue politische Welt, in ein neues, friedliches Europa geführt hat. Daher freue ich mich, dass wir ein wunderbares Konzert der Wiener Symphoniker mit der großartigen Symphonie von Ludwig van Beethoven hören. Ein Werk, das so zentral und typisch für das europäische Einigungswerk geworden ist. Und es ist auch eine große Freude, dass an diesem geschichtsträchtigen Heldenplatz zehntausende Menschen zusammenkommen – vereint im Bekenntnis zu Frieden und Demokratie. Zu Recht freuen wir uns und feiern wir diesen Tag, nehmen wir aber auch die Botschaft mit, dass wir alles zu tun haben, dass sich die Geschichte hier nie mehr wiederholen darf.

Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Dr. Reinhold Mitterlehner:
Der achte Mai ist ein Mahnmal gegen Radikalismus, Hetze und Gewalt. Wenn wir die Befreiung Österreichs feiern, gedenken wir auch stets der Opfer eines grausamen Regimes und des Zweiten Weltkrieges.

Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Michael Häupl:
Vor 70 Jahren ist unser Land vom Terror des Nationalsozialismus befreit worden. Aus den Trümmern des Krieges ist unser Österreich wieder erstanden. Klar ist, dass wir an der barbarischen Einzigartigkeit der Schoa nicht vorbei können. Klar ist, dass wir mit aller Kraft für ein Europa ohne Kriege eintreten müssen. Unsere Geschichte verpflichtet uns, allen Anfängen von Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus mit aller Entschlossenheit entgegenzutreten.

Vizebürgermeisterin der Stadt Wien Mag.ᵃ Maria Vassilakou:
Der 70. Befreiungstag erinnert uns an unsere vordringlichste Aufgabe: Weiter an einem offenen, demokratischen und kritischen Österreich zu bauen. Die Antwort auf Totalitarismus und Menschenverachtung kann nur ein Mehr an Demokratie und Menschenrechte sein.

Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny:
Wien geht sehr sorgsam mit seiner Geschichte um. Aufgrund unserer Vergangenheit erwächst uns eine besondere Verantwortung für kommende Generationen, damit nie wieder Unrecht von hier, aus unserer Stadt, aus unserem Land ausgeht. Das Datum des 8. Mai soll uns immer daran erinnern, dass Demokratie und Freiheit auch 70 Jahre nach der Befreiung keine Selbstverständlichkeit sind. Das Fest der Freude ist hierfür ein wichtiger Teil dieser Zukunftsarbeit und zeigt, dass Wien eine weltoffene, tolerante Stadt ist.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:
Die Befreiung des KZ Mauthausen, die Kapitulation des NS-Regimes, das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Gründung der Zweiten Republik und die Unterzeichnung des Staatsvertrags sind die Säulen des Gedenk- und Jubiläumsjahres 2015, das der ORF im Rahmen eines umfassenden trimedialen Programmschwerpunkts begleitet und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in diesem Land leistet. Unter dem Motto „Österreich ist frei" stehen derzeit beeindruckende Zeit-Zeugnisse auf dem ORF-Programm, die in der zeitlichen Klammer 1945 – 1955 – 2015 österreichische Geschichte, die unser Jetzt ermöglichte, medial ausleuchten und verantwortungsvoll und nachhaltig aufarbeiten. Die Republiksjubiläen sind zudem ein willkommener Anlass, Österreich zu feiern! Es freut mich daher besonders, dass wir heuer das „Fest der Freude" vom symbolträchtigen Heldenplatz am 8. Mai – dem Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht – nicht nur live in ORF III übertragen und allen Österreicherinnern und Österreichern die Gelegenheit geben, beim offiziellen Festakt und dem Gedenkkonzert der Wiener Symphoniker dabei zu sein, sondern dass das Friedenskonzert, gerade in Zeiten wachsender politischer Spannungen, von unserem Partnersender TV Kultura in Russland ausgestrahlt wird. Auch hiermit setzen wir ein gemeinsames Zeichen für Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Dieser Tag ist tatsächlich ein Tag der Freude, weil er das Ende des NS-Terrors und den Sieg über die Diktatur markiert wie kaum ein anderer.

Geschäftsführer der Wiener Symphoniker Johannes Neubert:
Zum 70-Jahr-Jubiläum der Befreiung vom Nationalsozialismus ist es den Wiener Symphonikern ein besonderes Anliegen, am 8. Mai ein „Fest der Freude" zu feiern. Wir möchten – jenseits aller tagespolitischen oder weltanschaulichen Grenzen – einen Beitrag dazu leisten, dass Freiheit und Toleranz die Fundamente unserer Gesellschaft bleiben. Unsere Sprache dafür ist die Sprache der Musik, die Sprache von Beethovens „Ode an die Freude". Beethovens Neunte symbolisiert mit ihrem letzten Satz und dessen vertonter Ode „An die Freude" von Friedrich Schiller wie kaum ein anderes Werk den über allen Menschen stehenden humanistischen Freiheitsgedanken, unabhängig ihrer Herkunft, Nationalität oder Weltanschauung. Diese Symphonie ist ein Appell an uns alle, ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung.

Dirigent der Wiener Symphoniker Philippe Jordan:
Gerade in der politischen Geschichte und der daraus resultierenden Situation wird der Verbrüderung eine große Bedeutung zugesprochen. Mit Beethovens aussagekräftiger Symphonie Nr. 9 möchten wir ein Zeichen des friedlichen Zusammenhalts und Miteinanders setzen. Eröffnet wird das Festkonzert mit der Sokol Fanfare aus der Sinfonietta von Leoš Janáček, dem für mich menschlichsten und ehrlichsten Komponisten.

Fot.MKÖ/Sebastian Philipp

 

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