Radek Knapp trifft Alfred Kubin. Die Stunde der Geburt

07.2017 bis 04.09.2017



Leopold Museum-Privatstiftung
MuseumsQuartier Wien
EBENE -2, GRAFISCHES KABINETT
Museumsplatz 1
1070 Wien
täglich: 10 - 18 Uhr
Donnerstag bis 21 Uhr

41 Hauptwerke Alfred Kubins treten im neu geschaffenen Grafischen Kabinett des Leopold Museum in ein Zwiegespräch mit dem Autor Radek Knapp. Das erste Mal seit 2002 zeigt das Leopold Museum, das die drittgrößte Kubinsammlung der Welt beherbergt, in dieser Ausstellung Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers.
Das Frühwerk von Alfred Kubin (1877–1959), in der Zeit bis etwa 1906 entstanden, illustriert auf nahezu prophetische Weise zwei Extrempunkte des 20. Jahrhunderts: die Auslöschung des Individuellen in der blinden Masse und, im Gegensatz dazu, das einsame, auf sich selbst zurückgeworfene Individuum, das seinen Platz in der Moderne nicht zu finden vermag. In seinem 1909 erschienenen phantastischen Roman Die andere Seite zeichnet Kubin Jahre vor der Entstehung moderner Diktaturen ein eindrückliches Bild der unbefriedigt im Chaos enden müssenden Beziehung zwischen charismatischer Herrschaft und gläubiger Anhängerschaft. Damit hat das Werk Kubins auch im 21. Jahrhundert nichts an Aktualität verloren.
Zum Schaffen von Alfred Kubin zählen mehr als zweitausend Illustrationen für zweihundertfünfzig Bücher, in denen er sich immer wieder im Fundus seiner unabhängig davon entstandenen grafischen Werke bediente. Diese offene Partnerschaft zwischen Bild und Text, dieses Zwiegespräch, in dem Widerspruch durchaus um besseren Verstehen führen kann, nützt die Ausstellung und kehrt sie um: Ausgewählte Blätter Kubins werden als Illustrationen für eine eigens vom renommierten Autor Radek Knapp (* 1964) geschriebene Kurzgeschichte präsentiert.
Der Rundgang durch die Ausstellung wird somit zum Faden einer Erzählung.

Die Geschichte beginnt da,
wo Geschichten immer beginnen.
Auf dem Papier.
Radek Knapp

Radek Knapp bekam für sein Erzähldebüt Franio 1994 den Aspekte-Literaturpreis. Seine bekanntesten Romane sind Herrn Kukas Empfehlungen, 1999 (2008 verfilmt), Papiertiger, 2003 und Der Gipfeldieb, 2015. Ist die Buchillustration normalerweise eine Reaktion des im Nachhinein hinzu gezogenen Künstlers auf den Autor, so entsteht in diesem Fall eine umgekehrte Partnerschaft: der Schriftsteller reagiert auf die Bilder, zwingt ihnen seinen Sinn auf und schafft damit möglicherweise auch eine Konkurrenzsituation, einen Wettstreit der Eigenwilligkeiten.

ALFRED LEOPOLD ISIDOR KUBIN
1877 in Leitmeritz (Böhmen) geboren, 1959 in Zwickledt (Oberösterreich) gestorben. Er besuchte nach einer Fotografenlehre verschiedene Kunstschulen in München, brach diese Studien jedoch bald wieder ab. Daraufhin reiste er durch mehrere europäische Länder und wurde 1906 schließlich bei Wernstein am Inn auf dem alten Herrensitz Schloss Zwickledt ansässig, wo er bis an sein Lebensende als Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator lebte.


RADEK KNAPP
1964 in Warschau geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien und in der Nähe von Warschau. Der „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki hatte einst Knapp attestiert, dass er über „Witz, Pfiff, Humor“ verfüge. Knapp bekam für sein Erzähl- debüt Franio (Deuticke 1994) den Aspekte-Literaturpreis. 1999/2000 erhielt
Knapp ein Projektstipendium für Literatur des Bundeskanzleramts und 2001 den Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises. Weitere Werke: Ente à l’Orange (Kurzgeschichte, 1996 bzw. Piper, 2015), Herrn Kukas Empfehlungen (Roman, Piper,
1999), Papiertiger (Erzählsammlung, Piper, 2003), Gebrauchsanweisung für Polen
(Piper, 2005), Der Gipfeldieb (Roman, Piper, 2015) und Der Mann, der Luft zum Früh-
stück aß (Erzählung, Deuticke 2017).


KURATOR: STEFAN KUTZENBERGER

Dodatkowo:

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